21 Jahre Sandflora – ein persönliches Resümee

Es war im Spätsommer 1989. Ich stand kurz vor dem Abitur, als ich meinem Freund Stefan erzählte, dass ich unbedingt diese amerikanische Sportart Baseball spielen wollte. Er erzählte mir, dass ich mich doch an Marc oder Arndt Wiedmaier wenden sollte. Die beiden wären grade im Begriff, einen Baseball Verein in Mainz zu gründen…die „Astros“ oder so ähnlich. Da muss ich hin! Ich habe mich über die „Trainingszeiten“ informiert und mich auf den Weg zur Sandflora gemacht. Natürlich kannte man die Hälfte aller Baseball-Interessierten schon vom sehen. Wir waren ja alle aus der Mainzer Umgebung, mehr oder weniger im gleichen Alter und kannten uns über den oder den. „Nehmt Euch `nen Handschuh und werft Euch schon mal ein“, rief einer. Nach dem ersten Schnuppertraining wusste ich: Hier werde ich Mitglied. Durch das prompte Ausfüllen des Antragsbogens bekam ich die Mitgliedsnummer 009. Dass mir die 7 Gründungsmitglieder auch bekannt waren, lag nah.

Bald darauf wurden Mannschaften gemeldet und es gab die ersten Trikots. Meins war eine Nummer zu klein und da ich in den Lee-Barracks noch Krafttraining machte, hatte ich schnell den Spitznamen „GYM“. Ich spielte 4 Spielzeiten als Catcher für die 2. Mannschaft. Auch wenn ich einen meiner Schneidezähne auf der Sandflora eingebüßt habe, machte mir das catchen sehr viel Freude. Dank Arndt bekam der Verein Struktur. Freiwillige Mitglieder warben in der Innenstadt mit Freikarten und Frank Helleken versorgte die Lokalpresse mit Artikeln über den Verein. Plötzlich gab es einen kleinen Baseball-Boom in Mainz. Jeder rührte etwas die Werbetrommel und in der 91-92er Spielzeit waren bei strahlendem Sonnenschein bis zu 700 Fans gekommen, um die Mannschaft (z.B. im Pokal gegen die Speyer Turtles mit einem „HIPP HOPP Turtlesoup!“) zu unterstützen. Ich bin mir nicht sicher, ob jeder der Anwesenden die Regeln des Baseballs kannte, aber auf die Sandflora zu gehen war hip und angesagt. So sagte man sich Samstag Abends im KUZ: „Bis morgen bei den A`s“. Man traf sich an Spieltagen auf der Sandflora. Junge Familien lagen mit Decken auf dem Rasen, Männer machten einen kleinen Frühschoppen. Es war ein Event -und es war etwas Neues.

Das ist jetzt alles etwa 20 Jahre her. Mittlerweile bin ich 41 und mag den Verein noch immer sehr. Dass viele der damaligen Mitglieder zu meinen engsten Freunden wurden, ist nicht verwunderlich. Man ist zusammen groß geworden und hat zusammen viele tolle Dinge auf der Sandflora erlebt: Großartige Plays, die man – einmal verpasst – nie wieder sehen kann („Ach, jetzt hab ich grad` nicht hingeguckt“). Homeruns, die Spiele noch im letzten Inning gedreht haben, zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen und weite Pop-ups, die uns in der Hoffnung, dass nicht das eigene Auto getroffen wird, haben die Zähne zusammenbeißen lassen. Auch wenn ich beruflich oft verhindert bin, versuche ich noch heute, meine freien Samstage auf den Baseballplatz zu verbringen. Bedauerlich finde ich allerdings, dass in den letzten Jahren von den „alten A`s“ kaum noch einer den Weg auf die Sandflora gefunden hat. Was aber auch daran liegen kann, dass sich die Spielzeiten, mit der von Mainz 05 überschneiden. Vielleicht kann man daran ja mal arbeiten. Kommt wieder mal vorbei oder werdet Passiv-Mitglieder.

Danken möchte ich ausser den vielen ehrenamtlichen Helfern besonders Karl-Heinz Wiedmaier und seiner Frau, ohne die es der Verein über 20 Jahre, meines Errachtens, nie soweit gebracht hätte. Die Sandflora ist jetzt Vereinsgeschichte. Aber Sie wird immer auch ein großer Teil meiner Geschichte bleiben.

Wir sehen uns im Ballpark, Jörg

21 Jahre Sandflora – ein persönliches Resümee

Es war im Spätsommer 1989. Ich stand kurz vor dem Abitur, als ich meinem Freund Stefan erzählte, dass ich unbedingt diese amerikanische Sportart Baseball spielen wollte. Er erzählte mir, dass ich mich doch an Marc oder Arndt Wiedmaier wenden sollte. Die beiden wären grade im Begriff, einen Baseball Verein in Mainz zu gründen…die „Astros“ oder so ähnlich. Da muss ich hin! Ich habe mich über die „Trainingszeiten“ informiert und mich auf den Weg zur Sandflora gemacht. Natürlich kannte man die Hälfte aller Baseball-Interessierten schon vom sehen. Wir waren ja alle aus der Mainzer Umgebung, mehr oder weniger im gleichen Alter und kannten uns über den oder den. „Nehmt Euch `nen Handschuh und werft Euch schon mal ein“, rief einer. Nach dem ersten Schnuppertraining wusste ich: Hier werde ich Mitglied. Durch das prompte Ausfüllen des Antragsbogens bekam ich die Mitgliedsnummer 009. Dass mir die 7 Gründungsmitglieder auch bekannt waren, lag nah.

Bald darauf wurden Mannschaften gemeldet und es gab die ersten Trikots. Meins war eine Nummer zu klein und da ich in den Lee-Barracks noch Krafttraining machte, hatte ich schnell den Spitznamen „GYM“. Ich spielte 4 Spielzeiten als Catcher für die 2. Mannschaft. Auch wenn ich einen meiner Schneidezähne auf der Sandflora eingebüßt habe, machte mir das catchen sehr viel Freude. Dank Arndt bekam der Verein Struktur. Freiwillige Mitglieder warben in der Innenstadt mit Freikarten und Frank Helleken versorgte die Lokalpresse mit Artikeln über den Verein. Plötzlich gab es einen kleinen Baseball-Boom in Mainz. Jeder rührte etwas die Werbetrommel und in der 91-92er Spielzeit waren bei strahlendem Sonnenschein bis zu 700 Fans gekommen, um die Mannschaft (z.B. im Pokal gegen die Speyer Turtles mit einem „HIPP HOPP Turtlesoup!“) zu unterstützen. Ich bin mir nicht sicher, ob jeder der Anwesenden die Regeln des Baseballs kannte, aber auf die Sandflora zu gehen war hip und angesagt. So sagte man sich Samstag Abends im KUZ: „Bis morgen bei den A`s“. Man traf sich an Spieltagen auf der Sandflora. Junge Familien lagen mit Decken auf dem Rasen, Männer machten einen kleinen Frühschoppen. Es war ein Event -und es war etwas Neues.

Das ist jetzt alles etwa 20 Jahre her. Mittlerweile bin ich 41 und mag den Verein noch immer sehr. Dass viele der damaligen Mitglieder zu meinen engsten Freunden wurden, ist nicht verwunderlich. Man ist zusammen groß geworden und hat zusammen viele tolle Dinge auf der Sandflora erlebt: Großartige Plays, die man – einmal verpasst – nie wieder sehen kann („Ach, jetzt hab ich grad` nicht hingeguckt“). Homeruns, die Spiele noch im letzten Inning gedreht haben, zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen und weite Pop-ups, die uns in der Hoffnung, dass nicht das eigene Auto getroffen wird, haben die Zähne zusammenbeißen lassen. Auch wenn ich beruflich oft verhindert bin, versuche ich noch heute, meine freien Samstage auf den Baseballplatz zu verbringen. Bedauerlich finde ich allerdings, dass in den letzten Jahren von den „alten A`s“ kaum noch einer den Weg auf die Sandflora gefunden hat. Was aber auch daran liegen kann, dass sich die Spielzeiten, mit der von Mainz 05 überschneiden. Vielleicht kann man daran ja mal arbeiten. Kommt wieder mal vorbei oder werdet Passiv-Mitglieder.

Danken möchte ich ausser den vielen ehrenamtlichen Helfern besonders Karl-Heinz Wiedmaier und seiner Frau, ohne die es der Verein über 20 Jahre, meines Errachtens, nie soweit gebracht hätte. Die Sandflora ist jetzt Vereinsgeschichte. Aber Sie wird immer auch ein großer Teil meiner Geschichte bleiben.

Wir sehen uns im Ballpark, Jörg