Im zweiten Jahr nach der Ära Wiedmaier haben die Athletics zum zweiten Mal einen neuen Trainer. Der heißt Sheldon Sawatzki und ist wie sein Vorgänger Kanadier. „Auch er hat mit den Spielern auf freundschaftlicher Ebene gearbeitet“, sagt Martin Kipphan. „Er war ein unglaublich netter Kerl, mit dem wir super zurecht kamen.“

Nationalität
ger GER
Position
Outfield
Alter
37
Vorherige Vereine
Karl-Kai McKinstry, unter Marc Wiedmaier jahrelang Pitcher der A’s, hat Sawatzki nach Mainz vermittelt. „Er sei gut für Deutschland, meinte Kai. Er könne gut mit jungen Leuten arbeiten. So war’s dann auch“, erklärt Kipphan. Vor allem die Pitcher profitieren sehr von Sawatzki, der als Aktiver selbst auf dem Mound gestanden hatte.

Die alte Generation mit Stephan Kaus und Stefan Niewiadomski ist nicht mehr dabei. Spieler wie Ulli Wermuth, Janusz Radicke, Michael Otto und Benjamin Hieronimi zählen jetzt schon zu den erfahreneren Akteuren und mit Florian Arnold, Julian Aufenanger, Manuel Möller, Martin Kipphan wächst eine neue Generation nach, die die Athletics jahrelang prägen wird. „Das hat gut gepasst“, sagt Kipphan. „Wir hatten nie Probleme mit Sheldon Sawatzki.“

Auch inhaltlich verändert der neue Trainer einiges. „Sawatzki war empfänglicher für die europäische Kultur“, erklärt Ulli Wermuth. „Er war ein ganz bescheidener Mann, der ein angenehmes, sympathisches Klima in den Verein gebracht hat, nachdem Osborne versucht hatte, uns seinen sehr amerikanischen Weg aufzudrücken.“ Der Zusammenhalt ist wieder wichtiger und deutlicher zu spüren. „Wir waren eine gute, junge Truppe, in der jeder mit jedem konnte“, sagt Wermuth.

Nationalität
cub CUB
Position
Outfield
Alter
47
Vorherige Vereine
Das Resultat: ein „typisches Jahr“, wie Kipphan es formuliert. „Nach der Saison waren wir Zweiter. Aber obwohl wir eine sehr gute Mannschaft waren, wussten wir, dass zur Meisterschaft noch ein bisschen was fehlt.“ Die Regensburg Legionäre haben bei ihrer ersten Südmeisterschaft keinen überragenden Vorsprung; ihr direktes Duell gegen die A’s ist ausgeglichen mit leichten Vorteilen für Mainz. Der Vorsprung auf Heidenheim und Mannheim ist knapp, aber vorhanden. Im Viertelfinale haben die A’s keine großen Schwierigkeiten, sich gegen die Cardinals durchzusetzen. Im Halbfinale ist mal wieder Schluss. „Das war oft so“, sagt Kipphan, „wie ein Fluch.“ Viel mehr hätten sich die A’s jedoch selbst nicht zugetraut. „Das Ergebnis spiegelt das wieder, was wir waren“, erklärt Wermuth. „Wir hatten immer gutes Pitching, aber uns fehlte auch immer etwas Dominanz am Schlag.“

Natürlich ist der Halbfinalgegner aus Paderborn in diesen Jahren auch für ganz andere Kaliber nahezu unschlagbar. „Der Norden war damals krass stärker als der Süden“, erinnert sich Kipphan. „Das hat sich erst in den letzten Jahren geändert. Die Lokstedt Stealers, die Paderborn Untouchables, die Bonn Capitals, die Cologne Dodgers waren so gut, dass es meistens darauf hinausgelaufen ist: Wenn Süd gegen Nord spielt, fliegt Süd raus. Erst in letzter Zeit ist der Süden deutlich besser geworden: Mannschaften, die hier eher gegen den Abstieg kämpfen, würden im Norden in die Playoffs kommen. Paderborn und Solingen würden hier gut mithalten, Bonn wäre auch gut, aber Mannschaften wie Mannheim oder Haar, die es hier nicht immer in die Playoffs schaffen, wären im Norden jedes Jahr dabei. Das war damals noch umgekehrt.“

Nationalität
dom DOM
Position
Pitcher
Third base
Outfield
Alter
39
Vorherige Vereine
Was den Mainzern mal wieder fehlt, ist ein weiterer sehr guter Ausländer neben Eddie Martínez. Arlen Barrera ist offensiv fast ebenbürtig mit dem Shortstop, aber defensiv zu unzuverlässig. Ein Mentalitätsproblem: „Barrera hat als erfahrener Spieler grundsätzlich gut in die Mannschaft gepasst“, erklärt Ulli Wermuth, „aber er dachte, er hätte die Weisheit gefressen und müsse nicht hart spielen. In entscheidenden Situationen hat er leider oft Errors im Outfield gemacht. Es ist schwierig, einen älteren Spieler einzubauen, der nicht wirklich hart trainieren will.“

Der Allrounder Francisco Jiménez, der auf der linken Seite auf jeder Position eingesetzt wird, hat ebenfalls gute Offensivstatistiken, aber er erfüllt die großen Erwartungen nur zum Teil. „Er war nicht der Überflieger, den wir in anderen Jahren hatten“, erinnert sich Wermuth. „Er war sicher kein Rubén Cruz oder Ryan Balan, die wirklich unglaubliche Leistungen gebracht haben. Wir haben ihn auch mal auf dem Mound eingesetzt, was er eigentlich gut gemacht hat, aber er war letztlich kein Pitcher. Er konnte uns nicht wirklich unterstützen.“ Jiménez ist der einzige ausländische Werfer im Team und pitcht nur zwölf Innings, verteilt auf zehn Spiele. Jeweils drei Innings in allen 28 Saisonspielen hätte er als Ausländer werfen dürfen.

Unter den deutschen Startern ist Jan-Sören Meyer weiterhin gesetzt. Der 19-jährige Manuel Möller wird etwas seltener eingesetzt als im Vorjahr; seine große Zeit hat noch nicht begonnen. Michael Otto ist dem Talent wieder deutlich voraus. Das hängt auch damit zusammen, dass Möller noch mehrere Rollen spielt. „Er war ein guter Hitter, aber ein noch besserer Pitcher“, sagt Wermuth. „Irgendwann hat er sich entschlossen, sich auf das Pitching zu konzentrieren. Das war sicher keine falsche Entscheidung.“ cka / Fotos: Mainz Athletics

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