Geschickte Keulenschwinger

29.03.2012 – MAINZ

Von Martin Gebhard

BASEBALL Jüngster Nachwuchs der Mainz Athletics hält sich gegen die Bonn Capitals mehr als wacker

An diesem Wochenende legen sie wieder los, die Mainz Athletics. In der Baseball-Bundesliga gleich mit zwei Spielen am Freitag (19 Uhr) und am Samstag (14 Uhr) in ihrem schmucken neuen Stadion am Hartmühlenweg gegen die Buchbinder Legionäre aus Regensburg. Bereits eine Woche zuvor konnten sich rund 50 Zuschauer einen Eindruck von der amerikanischen Sportart machen, deren umfangreiches Regelwerk für viele immer noch ein Buch mit sieben Siegeln darstellt.

Nicht unbedingt für den jüngsten Nachwuchs der A‘s im Alter von fünf bis acht Jahren, der die Bambini der Bonn Capitals zu Gast hatte. Denn die Gastgeber verstanden es zuweilen trefflich, den Ball mit der Keule derart geschickt zu schlagen, dass es der gegnerischen Abwehr nicht gelang, den ein oder anderen Mainzer am Erreichen der letzten Base zu hindern und somit wichtige Runs (Punkte) zu erkämpfen. Und wie es sich für einen echten Baseballer eben gehört, spielt auch der Nachwuchs der A‘s einen Double-Header, sprich zwei Matches in kurzer Zeit.

„Die Kinder sollen Spaß haben“, sagte Betreuerin Valerie Osmenda, die, da sie sich künftig um den älteren Nachwuchs kümmert, von Sonja Otto, der Frau des Assistenz-Coaches des Bundesligateams, Mike Otto, abgelöst wird. „Da ist das Ergebnis noch nicht so wichtig.“ Und so konnten es alle verschmerzen, dass die Gäste beide Spiele, wenn auch jeweils knapp mit 20:15 und 21:17 Runs gewannen. In zwei Freundschaftsspielen. Denn um Punkte und Tabellenplätze, anders als bei den Gästen in ihrer Region, geht es bei den A‘s noch nicht.

Vor allem die Eltern hatten bereits für atemberaubende Stimmung gesorgt, als noch gar kein Ball geschlagen war. „Die sind manchmal nervöser als die Kleinen“, lächelte Mike Otto, der den Kids noch so manchen wertvollen Tipp geben sollte. Den ersten Ballkontakt hatte allerdings – anders als bei den Großen – der Batter. Denn der Spieler mit der Keule durfte sich seinen Ball auf einem Gummistab, einem so genannten „Tee“ zurechtlegen. Einen Pitcher, der ihm den Ball zuwerfen würde, stellt für die Kleinen eine wohl kaum zu lösende und vor allem nicht ganz ungefährliche Aufgabe dar. Aber schlagen und rennen konnten Yanick Schmitt und Co. schon ganz ordentlich. „Yanick lauf, Yanick lauf“, rief Osmenda über den Platz. Und kaum hatte er die Kugel trefflich geschlagen, stürzte er sich schon auf die erste Base. Die Bonner Defense hatte keine Chance, ihn „out“ zu stellen. Die Spieleröffnung war gelungen, die Fans spendeten frenetischen Applaus. Auch ein paar kleine Tränen gab‘s – die aber rasch wieder trockneten.

Schmollend verzog sich die fünfjährige Sunny Gonsalves-Strehl ins saftige Gras am Spielfeldrand. „Denn sie ist out‘“, erläuterte Osmenda. Sogleich wendete sich die Betreuerin an ihren Schützling: „Dafür hast du trotzdem einen Punkt geholt.“ Denn Sunny hatte sich für einen anderen Spieler „geopfert“. Die Nachwuchshoffnung pflückte daraufhin im Gras wieder vergnügt ein paar Blumen…

Mainz Athletics: Haffner, Kaiser, Schmitt, N. Gonsalves-Strehl, Otto, Kennedy, Beckhaus, Osmenda, Steinfartz, Lee, Sullivan, S. Gonsalves-Strehl.

 

( AZ vom 29.03.2012)