Max Boldts Homerun im sechsten Inning war die endgültige Entscheidung im ersten Spiel. Im zweiten brachte der Spielertrainer uns erneut in Führung, aber diesmal reichte es nicht.

Ein zerrissener Spieltag war’s am Samstag, ein turbulenter Doubleheader mit 25 Runs in zwei Spielen, 16 für unser Team, nur neun für die Solingen Alligators in 16 Innings, aber statt den erhofften zwei Siegen wurde es nur ein Split. Nicht der einzige am Spieltag – lediglich Heidenheim gewann gegen Dohren beide Spiele – beide knapp, das zweite erst in den Extra Innings.

Ergebnisse

Mannschaft123456789RHE
Alligators0211000--472
Athletics4140014--14162
Details zum Spiel
Eineinhalb Stunden lang lief es offensiv ganz wunderbar für unser Team. Schon im ersten Inning schlug Max Boldt nach Nici Weicherts Walk und Jeff Hunts Strikeout einen hohen Ball weit hinaus in die rechte Ecke zum Double. Peter Johannessens Basehit brachte Weichert ins Ziel, Lenny Stöcklins harten Schlag an den Leftfield-Zaun beide Runner, Timmy Kotowskis Grounder über die zweite Base auch Stöcklin. Durch zwei Wild Pitches verkürzte Solingen auf 2:4. Auch Eric Kellers Run zum 5:2 konterten die Alligators noch sofort, sechs Singles von Zach Johnson, Stöcklin, Kotowski, Keller, Weichert und Boldt, nur unterbrochen von einem Strikeout und einem Sacrifice Flyout brachten im dritten Inning schon die 9:3-Führung.

Nationalität
swe SWE
Position
Left field
Alter
32
B/T
L/R
Größe
188
Gewicht
97
Dann kam der Regen. Ein kurzer, vielleicht zehnminütiger Schauer, der jedoch das Infield fast fast komplett unter Wasser setzte. Fast eineinhalb Stunden brauchten die Groundcrew und unsere Spieler, um das Spielfeld wieder herzurichten. Als es weiter ging, hatte Daniel Sánchez, der Shortstop der Alligators, die dicke Chance, sein Team noch einmal auf 8:9 heranzubringen. Nur ein Schritt fehlte dem Venezolaner, der bereits ein Single, ein Double und den Solo-Homerun zum 3:5 geschlagen hatte, zum Grand Slam Homerun; Peter Johannessen fing den Ball mit dem Rücken am Zaun. Und Max Boldt zeigte wenige Pitches später, wie’s geht, schlug fast an gleicher Stelle im Centerfield den Ball hoch über dem Zaun ins Fangnetz. 10:4. Nach weiteren Runs von Martin Kipphan und Keller im siebten Inning beendete Johannessen schließlich die Partie mit einem 2-RBI-Walkoff-Homerun bei zwei Aus im siebten Inning.

Fast 90 Minuten brauchten die Ground Crew und unsere Spieler, um den Platz nach dem kurzen Regen wieder trockenzulegen. Es gelang!

„Wir waren aggressiv an der Platte“, lobte Max Boldt sein Team. „Wir hatten gute At Bats, haben gezeigt, dass wir hauen können und haben Solingen immer unter Druck gesetzt. Wir müssen aber zeigen, dass wir auch zwei Spiele nacheinander gut sein können. Das haben wir in der Vergangenheit oft genug nicht bewiesen.“ Denn wenn das zweite Spiel auch gut begann, am Ende stand eine Niederlage. „Mit zwei Runs kann man nicht erwarten, ein Spiel zu gewinnen“, ärgerte sich der Coach. „Wir hatten unsere Chancen…“

Ergebnisse

Mannschaft123456789RHE
Alligators0101001115101
Athletics101000000252
Details zum Spiel
Jeff Hunts Double und ein vom Fuß des Pitchers kapital ins Leere abgefälschter Grounder brachten uns im ersten Inning in Führung. Florian Götzes Homerun bedeutete im zweiten Durchgang das 1:1. Doubles von Hunt und Boldt brachten uns im dritten das 2:1. Beim Ausgleich und bei der Solinger Führung profitierten die Alligators von zwei mutigen Runnern und zwei Millimeter-Entscheidungen: Patrick Kanthak reichten bei seinem Schlag ins Outfield zwei Bases nicht. Der Leftfielder schien ins Verderben zu rennen, wurde an der dritten Base haarscharf safe gegeben. Beim 3:2 versuchte der Solinger Basecoach vergeblich, Lars Szameitpreuß an der dritten Base zu stoppen; der Ex-Mainzer ignorierte seinen Souffleur, lief durch, wurde an der Homeplate von Max Boldt zwar getaggt, hatte aber im gleichen Moment schon den Fuß auf der Platte. Völlig überraschend kam der Rückstand nicht; die Alligators trafen die Pitches immer wieder gut, weiterhin fing Johannessen einige lange Flugbälle im äußersten Centerfield, ganz knapp vor dem Homerun, aus der Luft.

Und die Offensive kam gegen den Routinier Wayne Ough auf dem Mound nicht mehr in Gang. Am Ehesten hätte es im achten Inning eine Chance gegeben, als beim Stand von 2:4 Boldt und Johannessen mit einem Error und einem Walk auf die Bases kamen, die Alligators aber mit drei raschen Aus konterten und noch auf 5:2 erhöhten. Auch die volle Offensive mit den Einwechslungen von Josh Little und Yannic Wildenhain (sowie formal dem 16-jährigen Nick Mosier, der uns nun in die USA verlassen wird, als siebter Schlagmann an der Reihe gewesen wäre, statt dessen beim Debüt weder am Schlag noch in der Defense einen Pitch sah) brachte nichts mehr.

„Wir haben es nicht geschafft, den Pitcher zu knacken“, sagte Boldt. „Ough ist ein guter Mann, der weiß, wie man pitchen muss. Er hat seinen Job gemacht. Und diesmal hat Solingen uns unter Druck gesetzt. Sie hatten in jedem Inning jemanden auf der Base und irgendwann gingen die Bälle durch.“ cka / Fotos: Tanja Szidat

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