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Kevin Kotowski war bei den Hinspielen in Tübingen wildentschlossen und schaffte zwei Runs.

Ein tiefer Graben zieht sich durch die Tabelle der Bundesliga Süd. Auf der einen Seite stehen die Topteams und die Playoff-Kandidaten: Heidenheim, Regensburg, Stuttgart, Haar, Mannheim, Mainz. Zwei mehr, als es Playoff-Plätze gibt; zwei werden scheitern. Auf der anderen Seite haben die Bad Homburg Hornets und die Tübingen Hawks, unser Gegner am Samstag (13 Uhr am Hartmühlenweg), jeweils alle zwölf Saisonspiele verloren.

„Das sieht nicht so gut aus für die Liga“, sagt unser Coach Ulli Wermuth. „Auf dem Papier sieht es aus, als seien zwei Mannschaften nicht wettkampffähig. Beide können Spiele gewinnen, haben das aber noch nicht getan. Deswegen geht einem das Wort Ligareform wieder durch den Kopf.“ Eine Reduzierung auf zwei Sechserstaffeln war vor ein paar Jahren schon so gut wie beschlossen, wurde aber wieder gekippt.

Das Gesetz der Serie gilt im Baseball allerdings nicht. Morgen abend zwei Mannschaften mit 2-12 Siegen zu haben, wäre eine Überraschung, aber es ist nicht ausgeschlossen. „Kyle Waddell ist für mich ein gefährlicherer Schlagmann als jeder, den Bad Homburg aufweisen kann, dazu ein wesentlich besserer Pitcher als Aleš Keprta“, warnt Wermuth. „Dadurch, dass die Mehrzahl der Tübinger Spieler schon länger in der Bundesliga ist und sie einen Ausländer mehr haben, schätze ich sie besser ein als die Hornets. Aber wir spielen zuhause gegen eine Mannschaft ohne Sieg. Zwei Siege sind Pflicht, am besten mit einem gewissen Ausrufezeichen hintendran.“

Das setzten die Regensburger ge­gen die Hawks. Deren 32:0 wurde allerdings dadurch begünstigt, dass die Tübinger nicht genügend Pitcher für den engen Spielplan hatten.

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Patrick Runkels Saison ist vorbei: Herzprobleme zwingen den Outfielder zu einer längeren Pause. Ein Comeback ist nicht ausgeschlossen, aber fraglich.

Wermuths Ansatz für die Spiele gegen Tübingen: „Im Prinzip das, was ich seit Jahren anspreche – Konstanz aufbauen. Gegen Bad Homburg hat sich das Herz der Lineup am Schlag weniger effektiv präsentiert, dafür sind Marcel Raab und Julius Spann aufgeblüht. Wenn bei uns alles stimmt, sind wir ein Topteam, weil wir uns dann aggressiv auf den Bases präsentieren können, weil wir dann durch die Bank weg Möglichkeiten kreieren, konsequent Baserunner auf Scoring Position bringen und immer die Chance auf Punkte haben, vom ersten bis zum neunten Inning. Das ist das Ziel.“

Lange Pause für Tim Stahlmann,
Saisonende für Patrick Runkel

Nicht dazu beitragen können einige Leistungsträger. Max Boldt schleppt weiterhin seinen lädierten Ellenbogen durch die Saison. Die lange Pause hat unserem Nationalspieler nur leichte Besserung gebracht. „Ich hoffe, dass ich in der zweiten Saisonhälfte endlich fit werde“, sagt Boldt. Unser Closer Tim Stahlmann leidet unter starken Knieproblemen im Standbein und fehlt bis auf Weiteres. Patrick Runkel werden wir in diesem Jahr nicht mehr in der Bundesliga spielen sehen. Der Outfielder, der am vergangenen Mittwoch 24 Jahre alt wurde, hat sich auf ärztlichen Rat wegen Herzproblemen für den Rest der Bundesligasaison abgemeldet. Runkel geht uns allerdings nicht ganz verloren. Er wird bei den Heimspielen dabei sein und beispielsweise als Basecoach helfen. In den unteren Teams der Athletics, deren Trainings- und Spielbetrieb weniger intensiv ist, will der Outfielder auch weiterhin spielen; ein Bundesligacomeback ist längerfristig nicht ausgeschlossen. Von Pascal Raab gibt es derweil gute Neuigkeiten: Der lange verletzte Pitcher trainiert wieder und soll zum Ende der regulären Saison wieder dabei sein können. cka

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