
Wir müssen uns da nichts vormachen, Siege gegen Regensburg sind immer etwas Besonderes. Und wenn die dann noch auch noch heiß umkämpft sind, haben sie schnell das Prädikat „legendär“ verdient. Kurzum gesagt, der Sieg Freitagabend vor voller Hütte war legendär!
Bestes Wetter am Freitag, wieder etwa 800 Fans im Ballpark und unsere Spieler, die wegen der zwei Niederlagen in Regensburg etwas gutmachen wollten, waren die besten Voraussetzungen für einen gelungenen Abend. Wir begannen mit Leo Bristow auf dem Mound und der sorgte für ein schnelles erstes Inning, drei groundouts – so kann es weitergehen. Der Starter der Regensburger hatte es da schon etwas schwerer, doch leider konnten wir hier noch nichts aus den Fehlern der Legionäre machen.
Im zweiten Inning gingen zunächst die Regensburger mit 1-0 in Führung, doch kamen unsere Jungs in der unteren Hälfte sehr stark zurück und erzielten selbst vier Runs. Hier war die Stimmung im Ballpark bereits am Kochen. Und die Intensität schaukelte sich immer weiter hoch, denn die Legionäre hatten auf keinen Fall vor, den Sieg der Heimmannschaft zu überlassen.
Nach einem weiteren Run im vierten Inning schlugen die Gäste dann im fünften Inning richtig zurück. Mit drei weiteren Runs sorgten sie für eine 5-4 Führung für Regensburg. Yannic Wildenhain kam auf den Mound und beendete das Inning. Wer jetzt aber geglaubt hat, dass unser Team sich von den Ereignissen einschüchtern lässt, hatte sich getäuscht. Mit zwei Runs sorgten die A’s für den nächsten lead change. Die Fans waren nun total wild und das wurde noch verstärkt durch die Punkte, die im nächsten Inning auf die Anzeigetafel gezaubert wurden. Dort stand nach dem sechsten Inning eine 8-5 Führung für das Heimteam.
Aber wie schon erwähnt gab sich der Gast nicht so einfach geschlagen. Es begann ein großer Kampf, in dem unsere Defensive stark gefordert wurde. Im achten Inning konnte aber der sechste Punkt für die Legionäre nicht verhindert werden und somit wurde es immer spannender. Da wir im Angriff nicht mehr punkten konnten, kam es zum Showdown in der oberen Hälfte des neunten Innnings. Nach einem Single kamen wir schnell zu zwei Outs, so dass wir kurz vor dem Sieg standen, allerdings gelangten die nächsten zwei Batter von Regensburg auf die Bases. Damit waren die Bases geladen bei zwei Aus. Nicholas Mossier kam ins Spiel, um dem ganzen ein Ende zu bereiten. Doch zunächst mussten wir noch einen Run der Regensburger zum 8-7 zulassen. Beim nächsten Legionär war es dann aber so weit, Will Killgore pflückte den Ball aus der Luft und sorgte für das entscheidende Aus. Jubel, Trubel, Heiterkeit. Überall wohin man sah, jubelnde Mainzer.
Wie oben bereits geschrieben, jeder Sieg gegen Regensburg ist etwas Besonderes, doch dieser Sieg fühlte sich noch einmal stärker und größer an, alle anderen Siege nach 2016 gegen diesen Gegner. Vor allem der Umstand, dass man nach der zwischenzeitlichen Führung der Gäste zurückgekommen ist, war bemerkenswert. Es wird ja häufig über die Unterschiede zum letzten Jahr gesprochen und alleine dieses Spiel ist ein gutes Beispiel dafür, was dieses Jahr besser läuft als letztes Jahr. Natürlich haben wir diese Saison ein viel besseren Kader als in der letzten, doch sieht man auch einen ganz anderen Spirit in der Mannschaft. Man glaubt an sich selbst!
Und wenn das so ist, dann kann man auch mehr erreichen.
Nachdem der Freitag so grandios verlaufen war, war die Vorfreude auf den Samstag natürlich groß. In allen bisherigen Wochenenden hatten wir am Samstag immer noch eine Schippe drauflegen können, vor allem mit Ryuto Konno als Starter. Und so entwickelte sich ein eher zähes Spiel, dass von den Pitchern und von den Verteidigungen beherrscht wurde. Hier ist unser Catcher Felix Thierolf einmal herauszuheben, der am ganzen Wochenende eine sehr gute Leistung zeigte und mit seinen Würfen zur zweiten Base mehrere Male die Angreifer zurück auf die Bank schickte.
Wie am Freitagabend ging unser Gast mit 1-0 in Führung, doch glich der alte Schwede im vierten Inning für uns aus. Dann kam das Play, dass wohl einen großen Einfluss auf den weiteren Verlauf des Spiels hatte. Niklas Rossius schlug den Ball ins Centerfield und Caelan Sullivan versuchte von der dritten Base nachhause zu kommen und zu punkten. Der sehr gute Wurf des Centerfielders kam zum Catcher und der Homeplate Umpire gab Caelan das Aus. Leider (oder zum Glück) haben wir keinen Kölner Keller oder man kann halt mal nicht eben in New York anrufen, somit gingen wir, anstatt mit einer Führung, mit dem 1-1 ins nächste Inning. Caelan sagte nach dem Spiel, dass er der Meinung war, dass er an der Homeplate war, bevor er berührt wurde. Leider (oder auch hier zum Glück) können wir diese Geschichte nie ganz auflösen.
Im sechsten Inning hatten die A’s nochmals die Möglichkeit groß zu punkten. Allerdings machte der Reliever der Legionäre die Hoffnungen zunichte. Und danach zeigten die Regensburger, was in ihnen steckt. Die Defensive ließ nichts mehr zu und die Offensive scorte fast nach Belieben. So stand am Ende ein 10-1 Sieg für die Gastmannschaft auf der Anzeigetafel. Wie man erkennen kann, spiegelt das Endergebnis auf keinen Fall das Spielgeschehen wieder. Auch in diesem Spiel haben unsere Jungs alles gegeben, was sie hatten, am Ende hat es nicht gereicht und man hat gesehen, dass wirklich noch ein wenig zur absoluten Spitzenmannschaft fehlt.
Aber am nächsten Freitag geht es ja schon weiter. Gauting kommt nach Mainz und ein Blick auf die Tabelle verrät, dass es sich um ein wichtiges Wochenende handelt. Der wichtige dritte Tabellenplatz ist heiß umkämpft und ein Sweep gegen die Indians würde uns ungemein weiterhelfen. Es liegt auch an den Fans die Mannschaft weiterhin zu unterstützen und ihr den Rückhalt zu geben, wie bei den vergangenen Spielen.
Go A’s!
Text: Christoph Stendzina
Bild: Cole Sullivan