
Zum Schüler-Länderpokal (Baseball U12) fuhr dieses Jahr aus dem SWBSV ein junger Kader, bei dem über die Hälfte der Spieler zum ersten Mal dabei war. Dennoch steckte viel Potential in der Gruppe und das Team ging laut, ambitioniert und hochmotiviert ins Turnier.
Gleich das erste Spiel wollte die Auswahl aus Südwest denn auch unbedingt gewinnen.
»Generell will man immer gewinnen«, räumt SWBSV-Auswahltrainer Nici Weichert abwägend ein. Aber diesmal vielleicht besonders: Mit einem Sieg gegen Niedersachsen würde man quasi schon nach dem ersten Spiel im Viertelfinale des Turniers stehen.
Der Auftakt des ersten Spiels gelang dem Team erwartungsgemäß gut – das Kräfteverhältnis auf dem Platz schien klar. Aber ab dem dritten Inning passierten seitens Südwest plötzlich mehrere Errors. Wie aus dem Tritt gebracht fand das junge Team einfach nicht mehr zurück zur nötigen Stabilität, um am Ende ein anderes Ergebnis herbeizuführen als die knappe, aber dennoch herbe Niederlage von 3:1.
»Es war unglaublich heiß. Dass die Kids dass überhaupt so gut durchgehalten haben, war schon krass«, meint Team-Managerin Siska Kipphan, die den Kindern auch eine gewisse Müdigkeit angesehen hat. Für die Abende organisierte sie mit den Coaches einen Abstecher zum Abkühlen an den Rhein – eine echte Wohltat. Zunächst ging es am ersten Spieltag aber noch auf der Anlage der Cologne Cardinals weiter.
Im zweiten Turnierspiel gegen Bayern war die Stimmung des jungen Südwest-Teams wieder ungemindert laut. Keinesfalls ließ man sich von dem Ruf des starken Gegners voreilig beeindrucken oder von der Niederlage gegen Niedersachsen demotivieren. Vielleicht war es das, was sich dann auch auf die gezeigte Leistung in dieser Begegnung auswirkte. Dominic Milburn pitchte überragend. Das Team war voller Energie. Dann, kurz vor Schluss, bei einem Rückstand von 5 zu 2, erarbeitete sich Südwest ein Bases Loaded.
Das Viertelfinale wieder in greifbarer Nähe, steigt am Feldrand die Hoffnung und gleichermaßen die Spannung – nur um im nächsten Moment zu verpuffen: Ein Umpire-Call zum Base-Running bringt das dritte Aus und durchkreuzt damit die Chance von Südwest, das Spiel noch zu drehen.
»Das war fürs Team natürlich sehr enttäuschend«, meint Weichert. »Generell ist es immer schwer, wenn das Spiel wegen einer Regel beendet wird. Das fühlt sich anders an, als wenn man sich das Ergebnis ganz normal erspielt.« Er selbst würde sich und allen Spielenden immer Letzteres wünschen, unabhängig davon, auf welcher Seite des Ergebnisses man am Ende steht.
Patrick Lauer, der mit Weichert und Ben Briggs das SWBSV-Coaches-Team mit ausmachte, sieht das ähnlich. »Der Call hat uns sicher nicht geholfen, aber darauf kann man das Spiel nicht reduzieren. Hätten wie vorher Situationen besser gelöst, wäre es darauf nicht angekommen.«
Trotz des unglücklichen Verlaufs zum Schluss spricht das knapp verlaufene Spiel für den starken Auftritt des Teams.
Zu Beginn des zweiten Turniertages ging es dann praktisch um alles. Gegen das Team aus dem Norden pitchte Luan Wermuth das ganze Spiel durch und machte seine Sache gut. Auch sonst spielten alle Südwestler konstant stark – und das Team sicherte sich doch noch, mit einem klaren Sieg, den Einzug ins Viertelfinale.

Im Viertelfinale traf Südwest nun auf die offensiv starke Auswahl von Baden-Württemberg. Ein qualitativer und auch körperlicher Unterschied war hier direkt zu sehen und mit Nichts zu überbrücken, auch wenn Südwest durchaus mit Biss dagegenhielt.
Im Spiel um Platz Fünf am Pfingstmontag trafen die Südwestler dann nochmal auf Niedersachsen, den Gegner des ersten Turnier-Spiels. Das Team zeigte sich diesmal jedoch konzentrierter. Und nicht nur das. Von Südwest geschlagene Bälle flogen jetzt plötzlich übern Zaun: Max Keller und Moritz Ober schlugen jeweils zwei Homeruns. Das Spiel wurde deutlich gewonnen und das Team sicherte sich damit Platz 5 des U12-Länderpokals.
»Es war ein sehr schönes Wochenende«, findet die Mutter eines Südwest-Spielers. Die Team-Managerin pflichtet ihr bei: »Die Kids hatten Spaß und dem Team hat das Turnier sehr gut getan.«
Aus Sicht der Coaches braucht die Auswahl aus Südwest vor allem noch Erfahrung. »Wir haben da eine vielversprechende Gruppe mit extrem viel Energie und Talent«, meint Lauer. »Aber in manchen Situationen fehlt dann die Routine und Konstanz.« Er hofft, dass weiterhin und vielleicht noch mehr Vereine in Südwest intensiv in die Jugendarbeit investieren, da die grundlegende Arbeit an den einzelnen Standorten passiert.
Weichert stimmt ihm zu: »Man braucht die Breite im Nachwuchs, um erfolgreich in den Leistungsbereich zu gehen.« Als Schüler-Trainer bei den Mainz-Athletics kann er sich diesbezüglich nicht beschweren. »Wir haben bei uns gerade sehr viele junge Kinder, die mit Baseball anfangen, bei den Bambinis und auch bei den Schülern. So viele Kids hatten wir da insgesamt noch nie.«
Es können jetzt eigentlich nur mehr werden – zumindest wenn der Funke vom Länderpokal zu Hause in das noch unbeteiligte Umfeld weitergetragen wird. »Die Stimmung war überragend«, meint Lauer. »Die Jungs hatten so viel Spaß miteinander und haben sich immer gegenseitig gepusht. Man hat gemerkt, wie sehr sie dieses Turnier gemeinsam erleben wollten. Das war wirklich stark zu sehen.«
Das Abendprogramm von Siska und den Coaches habe das Erlebnis perfekt abgerundet, attestieren die mitgereisten Eltern.
Ein große Überraschung kam dann noch bei der Siegerehrung, bei der Dominik Milburn den Einzel-Award Best Pitcher gewann, mit einem 0.00 ERA, also keinem einzigen zugelassenen Run.
Wir gratulieren der Auswahlmannschaft des SWBSV zum 5. Platz im Schüler-Länderpokal 2026!
Text: Felicitas Pommerening