Die Mainz Athletics stehen in der Viertelfinalserie gegen die Hamburg Stealers mit 0:2 zurück. Nach den Niederlagen in Hamburg (3:8 und 3:5) braucht Mainz nun einen Heimsieg, um die Best-of-Five-Serie zu verlängern. Die ersten beiden Spiele haben jedoch gezeigt, dass die Athletics durchaus auf Augenhöhe mithalten können.

Der Serienstand wirkt deutlicher, als die Spiele tatsächlich waren. Mainz hat sich in beiden Partien genügend Möglichkeiten erarbeitet, um Hamburg stärker unter Druck zu setzen. Genau darin liegt vor Spiel drei die wichtigste Erkenntnis.

In Spiel eins sammelten die Athletics sechs Hits und acht Walks, erzielten daraus aber nur drei Runs. Mainz ließ zwölf Läufer auf Base zurück und nutzte lediglich eine von 15 Chancen mit Läufern in Scoring Position. Besonders ärgerlich: Nach zwei Innings führten die Athletics noch mit 2:0, ehe Hamburg die Partie durch einige starke Offensiv-Innings drehte.

Auch Spiel zwei war enger als das Endergebnis vermuten lässt. Nach einem schwierigen zweiten Inning lag Mainz zwar früh mit 0:5 zurück, hielt Hamburg danach aber komplett von der Anzeigetafel fern. Die Athletics kämpften sich zurück und verkürzten noch auf 3:5.

Die Zahlen verdeutlichen den Unterschied:

  • Mainz: 13 Hits und 13 Walks
  • Hamburg: 16 Hits und 18 Walks
  • Mainz bei RISP: 2 von 24

Die Athletics kommen also regelmäßig auf Base. Was bislang fehlt, ist der entscheidende Schlag in den wichtigen Momenten.

Hamburg bleibt extrem effizient

Die Stealers bestätigen die Form, die sie bereits während der Interleague-Runde ausgezeichnet hat. Spieler wie Max Tracey, Isaias Lucena Montero und Quinn Allen sorgen konstant für Druck im Lineup. Besonders Allen war in den ersten beiden Spielen ein wichtiger Faktor und produzierte mehrere entscheidende RBI.

Dabei war Hamburg nicht unbedingt deutlich überlegen, sondern vor allem effizienter. Die Stealers nutzten ihre Chancen konsequenter und machten aus vergleichbaren Situationen mehr Runs.

Positive Signale für Mainz

Sean Maple gehört bislang zu den stärksten Mainzer Schlagmännern der Serie. Der Infielder sammelte drei Hits, darunter drei Doubles, und erreichte regelmäßig die Bases.

Kevin Kotowski setzte ebenfalls Akzente. In Spiel eins gelangen ihm zwei Hits, darunter ein Triple sowie die beiden ersten Mainzer RBI der Serie. Auch als Pinch Hitter in Spiel zwei lieferte er erneut einen wichtigen Beitrag.

Dazu kommt Kevin Schnorbach, der in seinen ersten vier Innings der Serie keinen Run und keinen Hit zuließ.

Worauf es in Spiel drei ankommt

Die Athletics müssen ihre Spielweise nicht grundlegend verändern. Entscheidend werden drei Faktoren sein:

  • Weniger freie Bases für Hamburg. Die 18 abgegebenen Walks der ersten beiden Spiele sind gegen eine solche Offensive zu viel.
  • Bessere Chancenverwertung. Zwei erfolgreiche At-Bats bei 24 RISP-Situationen reichen in einer Playoff-Serie nicht aus.
  • Ein stabiler Start. Hamburg konnte in beiden Spielen früh Momentum aufbauen. Mainz muss diesmal vermeiden, einem frühen Rückstand hinterherzulaufen.

Die Serie lebt

Der Rückstand von 0:2 bedeutet, dass sich Mainz keinen weiteren Ausrutscher erlauben kann. Gleichzeitig haben die ersten beiden Spiele gezeigt, dass die Athletics keineswegs chancenlos sind. Mit einer sauberen Defensive, kontrolliertem Pitching und etwas mehr Konsequenz in den entscheidenden Situationen kann Mainz die Serie verkürzen und ein viertes Spiel erzwingen.

Die Aufgabe ist anspruchsvoll, aber die ersten beiden Duelle haben gezeigt: Der Abstand zwischen beiden Teams ist kleiner, als es der Serienstand vermuten lässt.